Cannabis-Getränke: Wie schneiden sie im Vergleich zu Alkohol ab?
Legale Cannabis-Getränke auf dem Vormarsch
In zahlreichen US-Bundesstaaten, in denen Cannabis legal ist, werden THC- und CBD-haltige Getränke immer populärer. Während Alkohol weiterhin die am häufigsten konsumierte Substanz ist, hat der tägliche Cannabis-Konsum in den USA mittlerweile den Alkoholkonsum übertroffen. Neue Produkte, veränderte Konsumgewohnheiten und eine zunehmende Akzeptanz von Cannabis in der Gesellschaft spielen eine Rolle bei diesem Wandel. Zudem entwickeln Hersteller stetig neue Produkte, die gezielt als Alternative zu alkoholischen Getränken vermarktet werden.
Während einige Konsumenten von Cannabis-Getränken den entspannenden Effekt von CBD schätzen, bevorzugen andere THC-haltige Varianten, die eine euphorisierende Wirkung haben können. Diese Veränderungen spiegeln auch ein wachsendes gesellschaftliches Bewusstsein für gesündere Alternativen wider.
Warum Cannabis-Getränke?
Das zunehmende Interesse an „Dry January“ und der „sober curious“-Bewegung zeigt, dass insbesondere jüngere Erwachsene ihren Alkoholkonsum überdenken. Alkoholfreie Alternativen, darunter Cannabis-Getränke, gewinnen daher an Bedeutung. Während manche Menschen diese Produkte nutzen, um auf Alkohol zu verzichten, sehen andere sie als Ergänzung zu ihrem bisherigen Konsumverhalten.
Ein weiterer Grund für die Beliebtheit von Cannabis-Getränken ist die Vielfalt der angebotenen Produkte. Es gibt sie in Form von Sprudelwasser, Tees oder sogar Mixgetränken mit Fruchtaromen, was den Konsum für viele attraktiver macht.
Was unterscheidet Cannabis-Getränke von anderen Cannabis-Produkten?
Im Gegensatz zu essbaren Cannabis-Produkten wie Brownies oder Gummibärchen enthalten diese Getränke speziell gelöste Cannabinoide, die schneller in den Körper aufgenommen werden. Dadurch setzen die Effekte innerhalb von 15 bis 20 Minuten ein, während essbare Produkte oft bis zu 90 Minuten brauchen.
Die Tatsache, dass Cannabis-Getränke oft niedriger dosiert sind als essbare Produkte, macht sie für viele Verbraucher zugänglicher. Allerdings sind die Angaben auf den Etiketten nicht immer präzise, und die tatsächliche Wirkung kann von Person zu Person variieren.
Wie vergleicht sich die Wirkung mit Alkohol?
Die Reaktionen auf Alkohol sind den meisten Menschen bekannt, während die Wirkung von Cannabis-Getränken stark variieren kann. Die Dosierung ist entscheidend: Wer mehrere solcher Getränke in kurzer Zeit konsumiert, kann ungewollt eine zu hohe THC-Dosis zu sich nehmen, was unangenehme Nebenwirkungen wie Angst, erhöhten Herzschlag oder Übelkeit auslösen kann.
Darüber hinaus ist der Einfluss auf das Verhalten unterschiedlich. Während Alkohol oft enthemmend wirkt und die Koordination beeinträchtigen kann, wird Cannabis von manchen als beruhigend beschrieben. Andere berichten jedoch von erhöhter Sensibilität und teilweise unangenehmen psychischen Effekten wie Paranoia.
Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die Verstoffwechselung im Körper. Während Alkohol durch die Leber verarbeitet wird und eine klare Abbauzeit hat, wird THC im Fettgewebe gespeichert und kann dort über einen längeren Zeitraum nachgewiesen werden. Dies kann insbesondere für Menschen, die Drogentests bestehen müssen, problematisch sein.
Besondere Risiken für ältere Erwachsene?
Ältere Menschen reagieren oft empfindlicher auf Cannabis-Produkte, da ihr Stoffwechsel langsamer arbeitet. Studien zeigen, dass Notaufnahmen in Staaten mit legalem Cannabis vermehrt von älteren Patienten aufgesucht werden, die unerwartete Nebenwirkungen erlebt haben.
Hinzu kommt, dass viele ältere Erwachsene bereits andere Medikamente einnehmen, die mit Cannabis interagieren können. Dazu gehören Blutdruckmedikamente, Beruhigungsmittel oder Schmerzmittel. Diese Wechselwirkungen können unerwartete gesundheitliche Folgen haben und sollten daher mit einem Arzt besprochen werden.
Fazit
Obwohl Alkohol erhebliche gesundheitliche Risiken birgt, sind Cannabis-Getränke noch wenig erforscht. Wer sie ausprobieren möchte, sollte sich langsam an die Wirkung herantasten und auf eine angemessene Dosierung achten.
Insgesamt bieten Cannabis-Getränke eine interessante Alternative zu alkoholischen Getränken, doch sie sind nicht für jeden geeignet. Ihre Wirkung kann stark variieren, und es besteht nach wie vor Unsicherheit über die langfristigen gesundheitlichen Folgen. Wer sich für den Konsum entscheidet, sollte sich gut informieren und verantwortungsvoll mit diesen Produkten umgehen.
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