Am Sonntag schon für die kommende Arbeitswoche vorkochen. Wer das tut, wird mit dem ultimativen «Ich hab‘ mein Leben im Griff»-Gefühl belohnt.
Doch hier und da kocht auch etwas Skepsis mit: Hält sich das Curry, das ich in vier oder fünf Tagen essen will, überhaupt so lange? In der Tat: Je länger man zubereitete Mahlzeiten aufbewahrt, desto höher ist das Risiko, dass sich Keime darin vermehren und lebensmittelbedingte Infektionen auslösen können.
Davor kann man sich aber schützen. «Wer am Sonntag das Essen für die Arbeitswoche vorbereitet, sollte die Speisen für Donnerstag und Freitag besser einfrieren», rät Andrea Danitschek, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Die Faustregel lautet: Erhitzte Speisen halten sich im Kühlschrank höchstens drei Tage. Im Tiefkühler bei minus 18 Grad Celsius hingegen bleiben sie mehrere Monate haltbar.
Rohes hingegen verdirbt deutlich schneller als Erhitztes. Wer vorgeschnittenes Obst und Gemüse, Salate und andere Rohkost innerhalb eines Tages nach der Zubereitung isst, ist auf der sicheren Seite.
Diese drei Tipps machen es Keimen schwer
- Die richtige Reihenfolge wählen
Beim Schnippeln können Keime – etwa über Brettchen, Messer oder Hände – von einem Lebensmittel aufs andere geraten. Das lässt sich aber durch die richtige Zubereitungsreihenfolge unterbinden.
Tipp des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR): sich zuerst den Speisen widmen, die vor dem Verzehr nicht erhitzt werden – etwa Rohkost, Salate oder auch Desserts. Danach sind die Lebensmittel dran, die erhitzt werden. Die Logik dahinter: Sollten bei der Zubereitung Keime der vorherigen Lebensmittel auf sie geraten, werden sie beim Erhitzen abgetötet.
- Vorgekochtes nicht noch ewig stehen lassen
Die Kürbissuppe noch drei Stunden neben dem Herd stehen lassen – keine gute Idee. Keime finden bei Temperaturen zwischen 10 und 60 Grad Celsius gute Bedingungen vor, um sich zu vermehren.
Nach dem Abkühlen sollte die Mahlzeit daher rasch in Kühlschrank oder TK-Fach wandern. Um den Vorgang zu beschleunigen, kann man die Mahlzeiten vom heißen Topf direkt in die Boxen oder Gläser umfüllen, rät die Verbraucherzentrale Niedersachsen.
Bis zum Abkühlen auf Zimmertemperatur sollten sie offen bleiben. Sonst bildet sich im Behälter Kondenswasser, das die Schimmelgefahr erhöht.
- Vorbereitetes Essen an den kühlsten Ort im Kühlschrank stellen
Vorbereitetes Essen lagert man am besten an der kältesten Stelle des Kühlschranks, rät die Verbraucherzentrale Bayern. Meist ist das hinten auf der untersten Ablage über der Glasplatte, die das Gemüsefach abgrenzt.
Die Kühlschranktemperatur sollte übrigens nicht zu warm eingestellt sein: Das BfR rät zu einer Temperatur von maximal 7 Grad Celsius, besser wären jedoch 5.
Das gibt es beim Aufwärmen zu beachten
Finden die vorbereiteten Speisen endlich den Weg auf den Teller, sollte man sie vorher kräftig erhitzen. Faustregel des BfR: für zwei Minuten auf mindestens 70 Grad Celsius.
Und immer eine gute Idee ist, die vorbereitete Mahlzeit mit mehreren Sinnen kritisch zu checken. Sieht das Gemüse komisch aus? Riecht die Suppe irgendwie muffig? Das sind Anzeichen dafür, das sich Mikroorganismen stark vermehrt haben. Dann gehören die Speisen in den Müll – und nicht in den Magen.
