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Stiftung Warentest bewertet Kinder-Nahrungsergänzungsmittel: 15 von 18 Produkte überdosiert

Stiftung Warentest bewertet Kinder-Nahrungsergänzungsmittel: 15 von 18 Produkte überdosiert

Die Stiftung Warentest hat 18 Nahrungsergänzungsmittel für Kinder untersucht und festgestellt, dass 15 Produkte überdosiert sind. Viele dieser Mittel sind für gesunde Kinder überflüssig.
Die Stiftung Warentest hat 18 Nahrungsergänzungsmittel für Kinder untersucht und festgestellt, dass 15 Produkte überdosiert sind. Viele dieser Mittel sind für gesunde Kinder überflüssig. (Urheber/Quelle/Verbreiter: )

Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln haben kreative Wege gefunden, um Produkte für Kinder anzubieten, die oft die Form von Gummibärchen oder Autos haben. Viele Eltern greifen zu diesen Mitteln in der Hoffnung, die Gesundheit ihrer Kinder zu fördern und sie vor Krankheiten zu schützen, besonders wenn ihre Kinder sich weigern, gesunde Lebensmittel zu essen.

Die Stiftung Warentest hat 18 speziell für Kinder entwickelte Nahrungsergänzungsmittel in ihrer aktuellen Ausgabe (4/2025) untersucht. Dabei wurde besonders darauf geachtet, ob die Produkte die wissenschaftlich empfohlenen Mengen für Kinder einhalten. Grundlage dieser Empfehlungen sind die Richtlinien des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Ergebnisse der Untersuchung

Die Stiftung Warentest kam zu folgenden Schlüssen:

  1. Nahrungsergänzungsmittel sind für gesunde Kinder überflüssig: Nach den Erkenntnissen der Stiftung Warentest sind alle untersuchten Produkte für gesunde Kinder nicht notwendig. Studien zeigen, dass Kinder in Deutschland über die normale Ernährung ausreichend mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt sind. Holger Brackemann, Bereichsleiter der Stiftung, äußerte sich kritisch zu den oft unlogischen Kombinationen von Nährstoffen in diesen Produkten.
  2. Zu hohe Dosierungen: Bei 15 der 18 Produkte stellte die Stiftung Warentest fest, dass einzelne Inhaltsstoffe in zu hohen Mengen enthalten sind. Besonders bei fünf Produkten wird von einer starken Nutzung abgeraten, da sie die empfohlenen Höchstwerte für Vitamin A überschreiten. Ein Übermaß an Vitamin A kann im Körper schädlich sein und zu Kopfschmerzen sowie Problemen mit Haut, Knochen oder Leber führen.
  3. Kosten der Nahrungsergänzungsmittel: Die Preise für Nahrungsergänzungsmittel variieren stark: Während einige nur wenige Cent pro Tagesration kosten, kann das teuerste Produkt in der Untersuchung bis zu 1,60 Euro pro Tag kosten. Für eine ganzjährige Versorgung können Eltern somit fast 600 Euro ausgeben.

Die Hersteller dieser Produkte profitieren von den Ängsten der Eltern, ignorieren jedoch häufig die wissenschaftlichen Empfehlungen zum Schutz von Kindern.

Ärztliche Abklärung bei Verdacht auf Nährstoffmangel

Eltern sollten bei Bedenken, dass ihr Kind möglicherweise nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist, auf Symptome wie Müdigkeit, geringere Belastbarkeit oder Gewichtsabnahme achten. In solchen Fällen rät die Stiftung Warentest, Nahrungsergänzungsmittel nicht eigenmächtig zu geben, sondern einen Kinderarzt zu konsultieren. Ein Bluttest kann Aufschluss darüber geben, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt. Sollte dies der Fall sein, können Nahrungsergänzungsmittel in Absprache mit einem Arzt sinnvoll sein.