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Verbraucherzentrale klärt 3 Supplement-Mythen auf

Wirksamkeit muss nicht geprüft werden: Nahrungsergänzungsmittel sehen oft aus wie Medikamente, gelten rechtlich aber als Lebensmittel.

Rund ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland nimmt regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel, um sich etwas Gutes zu tun. Doch wie wirksam sind Supplements? Und wie sicher? 

1. Was ich in Drogerie und Apotheke frei kaufen kann, ist sicher und wird vom Staat gecheckt

Frei verkäuflich bedeute nicht automatisch unbedenklich, warnt die Verbraucherzentrale. «Nahrungsergänzungsmittel sehen zwar häufig aus wie Medikamente, rechtlich sind sie aber Lebensmittel», erklärt Verena Müller, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. 

Anders als Arzneimittel durchlaufen sie kein Zulassungsverfahren, in dem Wirksamkeit und Sicherheit umfassend geprüft werden. Hersteller, Händler oder Importeure müssen ein Produkt lediglich beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit anzeigen. Das Amt prüft die Anzeige auf Vollständigkeit, nicht auf ihren Inhalt. Für Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit sei der Hersteller verantwortlich.

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Stichwort Wirksamkeit: Bei der Einnahme von Supplements könne es zu Wechselwirkungen mit Arzneimitteln kommen. Außerdem gebe es bislang nicht für alle Vitamine und Mineralstoffe gesetzlich festgelegte Höchstmengen, so die Verbraucherschützer; sie verweisen auf die Empfehlungen für Höchstmengen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Die Einnahme hoch dosierter Präparate oder die Kombination mehrerer Produkte könnten zu einer unnötig hohen Aufnahme einzelner Nährstoffe führen. Besondere Vorsicht sei bei hohen Dosen bestimmter fettlöslicher Vitamine und einzelner Mineralstoffe geboten. 

2. Der Körper braucht Nahrungsergänzungsmittel

Der Körper braucht zwar Vitamine und Mineralstoffe, aber nicht grundsätzlich Nahrungsergänzungsmittel. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung versorge den gesunden Körper in aller Regel ausreichend mit lebensnotwendigen Nährstoffen. «Für die überwiegende Mehrheit gesunder Menschen sind Nahrungsergänzungsmittel somit schlicht überflüssig, weil kein Versorgungsdefizit vorliegt, das ausgeglichen werden müsste», so Verena Müller. 

Anders könne es bei bestimmten Lebenssituationen, Ernährungsformen oder einem nachgewiesenen Mangel aussehen. Als Beispiele nennt die Verbraucherzentrale Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere, für die Folsäure eine besondere Rolle spiele, sowie vegan lebende Menschen, die auf Vitamin B12 achten sollten.

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Ausgewählte BfR-Höchstmengenempfehlungen für Nahrungsergänzungsmittel (NEM) pro Tagesdosis (Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene)

  • Vitamin C: 250 µg (Mikrogramm) pro Tagesdosis
  • Vitamin D: 20 µg pro Tagesdosis
  • Vitamin E: 30 mg pro Tagesdosis
  • Vitamin B6: 0,9 Milligramm pro Tagesdosis 
  • Magnesium: 250 mg pro Tagesdosis (mit dem Hinweis, die Dosis auf mindestens zwei Portionen am Tag aufzuteilen)

3. Vitamin C schützt vor Erkältungen & Co.

Wer regelmäßig Vitamin C einnimmt, bekommt dadurch nicht seltener eine Erkältung, so die Verbraucherschützer. Die Datenlage deute jedoch darauf hin, dass die Einnahme Dauer und Schwere einer Erkältung geringfügig beeinflussen könne.

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